Samstag, 24. September 2016

Harry Potter und das verwunschene Kind -
Harry Potter and the cursed child [Rezension]

(c) Carlsen Verlag


Im Londoner West End feierte das Theaterstück aus der Feder von J.K. Rowling, bereits am 30. Juli Premiere und sorgte für ein beachtliches Presseecho. Ich musste mich für den Moment leider damit begnügen, die Bühnenzauberei als Skript auf dem E-reader zu lesen, was mich trotzdem fröhlich stimmt, denn es ist in jedem Falle ein Wiedersehen mit der geliebten und einzigartigen Harry Potter Welt.

Um eines vorweg zu nehmen, ich fand das Skript (englisches Original) sehr gut, richtig gut sogar und ich kann nicht wirklich nachvollziehen, warum es von manchen Lesern in den sozialen Medien nicht entsprechend bewertet worden ist. Jeder Leser sollte sich schon darüber bewusst sein, dass es einen Unterschied macht, ob man einen Roman oder ein Theaterstück liest. 
Die Leser müssen ihre eigene Phantasie gewiss ein bisschen mehr anstrengen, um aus Bühnenanweisungen und wechselnden Sprechern lebendige, filmische Bilder im Kopf zu erzeugen und die beabsichtigte Atmosphäre zu spüren.
Wenn ich mir jedoch alles zusammenrufe, was in dem Stück passiert, dann muss ich sagen - alle Achtung - Ich finde es sehr anspruchsvoll die beschriebenen Szenen im Theater zu inszenieren und ich vermute, dass wir sie genau dann in vielen Fällen auch erst richtig verstehen.
Dramen und Theaterstücke in Form von gelben Reclam-Heftchen, habe ich zuletzt während der Schulzeit  gelesen, daher war die Textsorte auch für mich etwas ungewohnt. Mit neuen Figuren an vertrauten Schauplätzen gelingt es trotzdem ganz leicht, schnell wieder in die inzwischen so vertraute Harry Potter Welt abzutauchen und die Handlung einfach zu genießen. Ich habe das Buch sehr genossen, ich finde, es hat sich in jedem Fall gelohnt! Eine wahrhaftige, mitreißende Harry Potter Geschichte, voller special effects, einfallsreicher Wendungen und einer üppigen Zaubererwelt.

Worum geht es?
Ich finde es schwierig nicht zu viel zu verraten, daher nur ein paar wenige Sätze zum Inhalt: Die Story spielt 19 Jahre nach Ende des siebten Potter Bandes und dreht sich um Harrys Sohn Albus Severus, der wie alle jungen Zauberer von Gleis neundreiviertel mit dem Hogwarts Express in sein neues Schulleben startet. Doch Harrys Sohn entspricht nicht den Erwartungen. Er wird vom sprechenden Hut nach Slytherin geschickt, seine Leistungen sind mittelmäßig und er ist unbeliebt. Sein einziger und bester Freund ist Scorpius, der Sohn von Harrys Erzrivalen Draco Malfoy. Harry und Albus haben ein schwieriges Vater-Sohn-Verhältnis miteinander. Für Albus ist es schwer auszuhalten einen berühmten Vater zu haben, zu dem die ganze Zaubererwelt aufschaut. Weil diese Verwandtschaft ihm das Gefühl gibt, selber nicht gut genug zu sein, bzw. ihm niemals das Wasser reichen zu können.
Harry hingegen versteht seinen Sohn nicht, alle Annäherungsversuche an den Teenager Albus laufen schief und drohen zu eskalieren. Hier geht es um Gefühle, die wir Muggel-Eltern von Teenagern auch bestens nachvollziehen können. 
Dann begegnet Albus die Nichte eines anderen Zauberers. Ihr Name ist Delphi. Gemeinsam mit ihr und Scorpius stehlen sie einen Zeitumkehrer aus dem Ministerium, um in die Vergangenheit zu reisen und Cederic Diggory vor dem Tod zu bewahren. Die Geschichte nimmt ihren Lauf...

Ich bin ein bekennender "Harry Potter" Fan und ich bin sicher, alle die Lust auf diese kurzweilige Geschichte haben, werden nicht enttäuscht sein und eine gute Zeit beim Lesen haben. Wer allerdings einen fetten Roman erwartet, der die sieben Potter Bände erneuert oder umfassend fortführt, der wird erkennen, dass er falsch liegt. 
Als Sternebewertung gebe ich vier mal den goldenen Schnatz! Ich habe Lust auf das Theaterstück bekommen und ich weiß noch nicht wie ich es anstelle, aber ich will dieses Stück unbedingt auf der Bühne sehen. Unbedingt und am liebsten ganz bald.

Euch noch ein lesefreudiges Wochenende mit viel Herbstsonne!

Eure

Caroline 



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Freitag, 19. August 2016

Lesesommer 2016
[Rezension] Totengebet
von Elisabeth Herrmann

Mein Mallorca-Urlaub ist eine schöne Erinnerung, doch der Sommer ist noch nicht vorbei und viele von Euch haben ihre Ferien gewiss noch vor sich. Vielleicht reist ihr ja auch mit einem Buch in der Hand, daheim auf dem Sofa um die Welt?
Ich selbst lese im Urlaub wirklich am liebsten, denn dann habe ich die innere Ruhe mich tief in die Geschichten zu versenken und vielfältige Schauplätze zu erleben.

"Lesen" ist das liebste Urlaubs-Hobby der Deutschen, gleich nach gutem Essen, da bin ich mir sicher. Mindestens jeder Zweite liest hier auf seiner Sonnenliege, am Strand ebenso wie am Pool.
Und schon bin ich neugierig..
Was lesen denn die anderen so? Auf einer imaginären Topliste rangieren die Thriller und Krimis auf jeden Fall ganz oben. Nebenan liest eine Frau "Bittere Wunden" von Karen Slaughter, ein Stück weiter sehe ich "Die Betrogene" von Charlotte Link oder "Mr. Mercedes" von Stephen King, 'Todesfrist' von Andreas Gruber ist auch dabei. Zur Spannungsliteratur gehören auch "Krähenmädchen" von Axel Erik Sund und "Die 52" von Mario Reading. Bei den gefühlvollen Romanen führt Jojo Moyes ( Ein ganzes halbes Jahr // Über uns der Himmel, unter uns das Meer) das Feld gleich mit mehreren ihrer Buchtitel an. Einmal sah ich auch ein Exemplar von "Das Café am Rande der Welt"
(Eine Erzählung über den Sinn des Lebens) von John Strelecky und einen Leser der die letzten Seiten von Michelle Houllebegues "Unterwerfung" bewältigte. Ich kann unmöglich alle aufzählen - Tatsächlich lasen fast alle nur Taschenbücher, kaum Hardcover und nur verschwindend wenige hatten einen E-Reader bei sich.

Meine eigene Entspannungslektüre sollte somit auch ein Krimi sein, und natürlich will ich im Urlaub einen richtig guten Krimi lesen!!! Da bin ich auf Nummer sicher und habe mir TOTENGEBET von meiner Lieblingsautorin Elisabeth Herrmann eingepackt!
Weil ihr es seid, erzähle ich auch wie es mir gefallen hat...


Inhalt
Der Berliner Anwalt Joachim Vernau wacht verletzt und mit partiellem Gedächtnisverlust in einem Berliner Krankenhaus auf. Soeben wollte er noch mit einer israelischen Mandantin 
einen jüdischen Bekannten besuchen, da gerät er in eine unerwartete Schlägerei mit Rechtsextremisten. Er kann sich an die Geschehnisse kaum mehr erinnern, so übel haben die Schläger ihm zugesetzt. Trotz medizinischer Bedenken entlässt er sich selbst aus dem Krankenhaus. Rachel, die Frau die er eigentlich begleitet und beschützt hat, ist nur noch eine vages Gedankenbild und plötzlich wie vom Erdboden verschwunden. Es fehlt jede Spur von ihr und die Neonazis behaupten auch noch frech, Vernau hätte zuerst zugeschlagen.

Um die Ereignisse zu rekonstruieren und um einen Entlastungszeugen zu gewinnen, sucht er ein weiteres mal den jüdischen Antiquar Rudolf Scholl auf. Scholl scheint jedoch etwas zu verbergen und lässt sich nur mühsam zur Zusammenarbeit bewegen. Die Ereignisse überschlagen sich und entwickeln sich zudem ungünstig für Joachim Vernau. Was verbindet Vernau und Scholl miteinander? Wer ist die junge Frau aus Tel Aviv und was wollte sie?
Es gibt nur eine Gemeinsamkeit zwischen den Männern: Beide waren Teil einer Gruppe, die in den 80er Jahren als Volunteers (freiwillige Helfer) in einem landwirtschaftlichen Kibbuz in Israel arbeitete. 
Anwalts-Kollegin Marie-Louise gibt Vernau Rückendeckung in Deutschland, so dass er kurzerhand nach Isarael fliegt, um in der Vergangenheit zu forschen und die Schlüssel zu den Fragen der Gegenwart zu finden. Doch auch in Deutschland tauchen neuen Zeugen aus dem politischen Umfeld auf. Kurzerhand sind brennende Fragen und Verdachtsmomente in der Luft. Alte Erinnerungen Vernaus mischen sich mit den aktuellen Erlebnissen während seiner Ermittlungen im modernen Tel Aviv, in Haifa der Hafenstadt, oder der heiligen Stadt Jerusalem. 

Meinung
Braungebrannte Gesichter, Menschen beim Heu abladen, heißes Israel. All das entsteht mühelos vor meinem inneren Auge, schon nach wenigen Seiten bin ich vollkommen im Buch angekommen und lasse mich nicht mehr ablenken. Der Kriminalroman entführt an entfernte Orte und in eine andere Zeit und ist dabei wirklich perfekt ausgedacht. Die Spannung steigt fortlaufend an und ich war bis zum Schluss vollkommen gefesselt von der Handlung. Es erübrigt sich eigentlich zu sagen, dass die Figuren in der Geschichte akribisch ausgestaltet, lebendig und so glaubwürdig sind, als wären sie vollkommen real und wohnten tatsächlich an den beschriebenen Schauplätzen. Geschickt und humorvoll nutzt die Autorin ihre Figuren auch, um politisch fehlgeleitetes Denken und gegenwärtige Gesellschafts-probleme aufs Korn zu nehmen. Elisabeth Herrmann verbindet ihre eigenen Erfahrungen, die sie als junge Frau in einem Kibbuz gesammelt hat, mit gründlicher Israel-Recherche und kombiniert ihre kulturelle Kompetenz gewinnbringend mit ihrer meisterhaften Erzählkraft. Das Ergebnis kann sich bestens sehen lassen. Ich habe das Buch sehr genossen und die Nacht durchgelesen. Meine Urlaubsempfehlung!

Totengebet ist der vierte Krimiband, in welchem der Berliner Anwalt Joachim Vernau im Zentrum des Geschehens steht. Die Figur ist inzwischen auch aus diversen ZDF Produktionen mit Jan-Josef Liefers in dieser Rolle bekannt. Ich kann hier keinen Vergleich ziehen, weil ich die TV-Adaptionen der Romane überhaupt nicht kenne. Ich behaupte einfach mal die Bücher sind in jedem Falle noch besser. Elisabeth Herrmann hat mich noch nie enttäuscht.

Bis bald,
Eure Caroline



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Sonntag, 26. Juni 2016

Kurz und Gut - Carolines Bücher-Quickies

Sunset Park - Paul Auster


(c) Rowohlt
Ich muss gestehen, dass ich keine besondere Paul Auster Kennerin bin, weshalb ich eine Einordnung dieses Romans in Paul Austers übriges Werk schuldig bleibe. Doch der Name Paul Auster war mir immer so geläufig, dass ich schließlich dieses Buch wahllos aus allen rausfischte, auf meinem Tolino begann und nicht mehr loslassen wollte. 
Miles Heller, Sohn eines Bostoner Verlegers ist der zentrale Charakter in dieser Geschichte rund um vier junge Menschen, die während der amerikanischen Wirtschaftskrise ein verlassenes Haus im New Yorker Stadtteil Sunset Park besetzen. "Greifbarkeit" ist das Lieblingswort von Bing Nathan, der in seiner Werkstatt alte und unmoderne Gegenstände repariert und die gemeinsame Hausbesetzung initiiert. Seine Freunde und Mitbewohner sind Studentin und Weltverbesserin Alice Bergström, sowie Malerin Ellen Brice  und der menschlich gescheiterte Miles Heller. Im wesentlichen geht es um die sehr unterschiedlichen Leben dieser vier Freunde und ihrer Angehörigen. Jeder wird einzeln und im Kontext seiner sozialen Beziehungen beleuchtet. Alle haben Sorgen, Schuldgefühle, Defizite, soziale und persönliche Schwierigkeiten. Aber auch Potentiale und Stärken, die sie im Laufe der beschriebenen Periode entdecken, freilegen und entwickeln. Die Wirtschaftskrise hat nicht nur die Protagonisten dieses Romans hart getroffen, somit schlüsselt Paul Auster seinen Lesern auf, dass trotz langen, trostlosen Durststrecken und aller menschlicher Schwäche am Ende eine Lösung für jeden Individualfall möglich ist. Problemlösungen gibt es nicht ohne Mühe und Blessuren, doch es gibt Hoffnung auf Versöhnung und Neubeginn. 
Stilistisch funktioniert dieser Roman ganz anders als die meisten Bücher, denn jeder Charakter ist aus
einer allwissenden inneren Perspektive beschrieben. Jedes Kapitel aus der Wahrnehmung einer anderen Person.
Paul Auster mischt amerikanische Footballphilosophie in die Reflexionen hinein, nimmt Anlehnungen an die klassische amerikanische Literatur vor und schafft ein rundes Gesamtwerk.
Die nuancierte Ausgestaltung der Charaktere, die so erzeugt wurde hat mich im positiven Sinne sehr mitgenommen. Ein tiefsinniger Roman, den ich sehr gerne gelesen habe.



Gefährliche Geliebte - Haruki Murakami

"Südlich der Grenze. Westlich der Sonne" (Originaltitel)


(c) Random House
Der Roman aus dem Jahr 1992 des Weltklasse-Autors ist unzählige Male rezensiert und besprochen worden. Ein Buch, um das bereits im ehrwürdigen Literarischen Quartett mit Eifer gestritten wurde.
Ich könnte auf eine Äußerung verzichten. Doch ein kurzer Abriss muss sein, einen Murakami will ich keinesfalls einfach unter den Teppich kehren.
Der Ich-erzählende 12jährige Hajime beschreibt Erfahrungen seiner Kindheit und wie er dabei der gleichaltrigen Shimamoto begegnet und sich zum ersten Mal auf zurückhaltende Weise verliebt.
Beide sind Einzelkinder, haben ein inneres Verständnis füreinander und gemeinsame Vorlieben.
Durch Schulwechsel verlieren sich die Schulkinder aus den Augen und Hajime fehlen Mut und Impuls den Kontakt wiederherzustellen. Hajime wächst heran: Als junger Mann hat er eine Freundin und als Student macht er weitere sexuelle Erfahrungen. Seine Jugendfreundin vergisst er niemals vollends, sondern der Wunsch sie zu treffen spült immer wieder an die Oberfläche seines Bewusstseins.
Sein Erwachsenen Leben lebt er schließlich finanziell abgesichert mit Frau und Kindern. Er ist erfolgreich und hat sich seinen Traum von einer eigenen Bar verwirklicht. Eines Tages taucht Shimamoto in der Bar auf. Sie ist immer noch wunderschön, begehrenswert und von einer geheimnisvollen Aura umwebt. Sie erneuern ihre Freundschaft, sprechen viel und doch kann Hajime nicht hinter Shimamotos Fassade blicken. Mehr und mehr verkörpert sie die geheimnisvolle Verlockung der er nicht habhaft werden kann. Sie wäre für Hajime nicht nur ein Abenteuer, sondern das personifizierte Unerreichte, das er in seiner immer gleich klingenden, mittlerweile faden Welt sucht. Gefühle von Sehnsucht, Liebe und alter Schuld schütteln den armen Hajime ziemlich durch und die Dinge nehmen ihren Lauf. Die Ereignisse führen aber zu einem sehr reflektierten Ende.
Murakami ist ein sprachlicher Großmeister, der filigran und ausführlich erzählt, Gefühle und Momente verwandelt er wie ein Zauberer in treffende Vergleiche und Metaphern die fließend in die Fantasie des Lesenden hinübergleiten.
Ein grandioses Buch über die zerstörerische Seite der Liebe, die Unfreiwilligkeit von Gefühlen und die Waagschale der Vernunft als Gegenbalance. Dieser Roman gehört auf jeden Fall mit auf meine persönliche Topliste.

Viel Spaß, was immer Du liest!
Deine 


Caroline



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Donnerstag, 5. Mai 2016

Auslosung zum Gewinnspiel - Blogger schenken Lesefreude

Die Preise: Das gab es zu gewinnen!
Liebe Bücherfreunde, Leseverrückten, Büchersüchtigen und Literaturgenießer,

das Zittern und Hoffen hat sich gelohnt, denn heute haben die kleine Lottofee und ich, zwei
Gewinner für die beiden wunderbaren Bücher
ausgelost.

Damit die Ziehung ordnungsgemäß abläuft, hat unser Notar Hase Bukowski alles ganz genau durch seine scharfen Brillengläser beobachtet.

Hier kommt Teil eins der Auslosung:
 - Glück und Glas - von Lilli Beck


Der Roman "Glück und Glas" geht an die liebe Anna! Herzlichen Glückwunsch, wir gratulieren und wünschen Dir viel Freude beim Lesen! Bitte sende uns eine E-Mail mit deiner Versandadresse an CaroSchultz@web.de

Und nun zu Teil zwei der Auslosung:




Trommelwirbel und Tusch für Judith R.!!! - Du hast ein Exemplar von "Neustart" von Oliver Gaw gewonnen! Glückwünsche von der Lottofee und von mir.

Allen Gewinnern wünsche ich jetzt schon große Lesefreude mit den beiden Büchern und bitte sendet
mir per Mail Eure Versandanschrift.

Den anderen Teilnehmern super vielen Dank fürs mitmachen und bitte nicht traurig sein, wenn es nicht geklappt hat. Das nächste Gewinnspiel kommt bestimmt.

Sonnige Lesegrüße

Eure Caroline

Sonntag, 1. Mai 2016

Info zum Gewinnspiel - Blogger schenken Lesefreude

Hallo ihr fleißigen Leser und Gewinnspiel-Teilnehmer,

Um 24.00 Uhr heute Nacht ist die Teilnahmefrist abgelaufen und die Sieger können ermittelt werden.
Weil ich heute am 1. Mai aber erst einmal Fahrradfahren werde, müsst ihr Euch noch ein bisschen gedulden. Am kommenden Donnerstag - Christi Himmelfahrt- werde ich die Auslosung durch die Lottofee veröffentlichten.

Bis dahin liebe Lesegrüße,

Eure Caroline

Samstag, 23. April 2016

Blogger schenken Lesefreude 2016 - Welttag des Buches

Liebe Bücherfreunde, Leseverrückten, Büchersüchtigen und Literaturgenießer,


da isser wieder ! Der Welttag des Buches, bei mir zum 3. Mal mit der Aktion "Blogger schenken Lesefreude".
Nach erledigter Hausarbeit beginne auch Ich diesen Feiertag und möchte Euch per Verlosung 
zwei Bücher zukommen lassen.


Das Erste ist wie erwartet:

Neustart - Ein Herzinfarkt kann das Ende sein, oder der Anfang 

von Oliver Gaw

Ich besorge ein signiertes Exemplar für Euch. Bis dahin seid ihr herzlich eingeladen meinen letzten Beitrag zu Neustart zu lesen.







Das zweite Buch, dass ihr gewinnen könnt, ist
ein wunderschöner Geschichtsroman der Autorin Lilli Beck:

Glück und Glas

Am 7. Mai 1945 werden Marion und Hannelore in der Frauenklinik in der Münchner Maistraße geboren. Obwohl sie aus ganz unterschiedlichen Verhältnissen stammen , wachsen sie wie Schwestern auf und sind unzertrennlich. Doch als Marion sich an ihrem 22. Geburtstag verliebt, zerbricht ihre Freundschaft. Während der Kalte Krieg immer mehr eskaliert, die Studenten auf die Straße gehen und die ersten Kommunen entstehen, trennen sich ihre Wege endgültig.
Die widerspenstige Marion wird Fotomodel, hat großen Erfolg im Beruf, aber kein Glück in der Liebe. Hannelore studiert Jura, um Anwältin zu werden, doch das Leben hat andere Pläne mit ihr. Jahrzehnte später, am 7. Mai 2015, wollen sie ihren siebzigsten Geburtstag zusammen feiern - doch kann die Zeit alle Wunden heilen?


RAHMENBEDINGUNGEN
Die Verlosung richtet sich an meine Stammleser. Gewinnen kann jeder ab 16 Jahren, der sich als Follower diesem Blog anschließt oder, der dem Blog über meine Facebook Seite "Buch und Literatur" folgt. Auch alle meine Follower auf Twitter (@Schultzcaro) sind berechtigt teilzunehmen. Das Gewinnspiel gilt nur innerhalb Deutschlands und die Preise werden auch nur innerhalb Deutschlands verschickt.
Gewinner werden mit Nickname (Spitzname) auf dem Blog genannt/veröffentlicht.

VERLOSUNG / GEWINNSPIEL
Einfacher geht es kaum: Hinterlasst auf dieser Seite einen Kommentar mit dem 
Satz "Welttag des Buches - ich möchte gewinnen" und eurem bevorzugten Buchpreis, den ihr gewinnen möchtet.

Das Spiel beginnt am 23.04.2016 und endet am 30.04.2016 um 24.00 Uhr!!

Der Gewinner wird nach Ablauf der Teilnahmefrist ausgelost.
Der Standardsatz muss noch rein ;-) Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Ich wünsche Euch viel Spaß und macht tüchtig mit!!

Liebe Grüße und einen tollen Welttag des Buches

Eure Caroline




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Dienstag, 5. April 2016

NEUSTART - Ein Herzinfarkt kann das Ende sein -
oder der Anfang (Oliver Gaw)

Krankheit, Tod und Herzinfarkt, dass sind Themen, bei denen wir schnell vorspulen möchten oder uns direkt abwenden. Wir sind doch jung und lassen uns die Stimmung nicht verderben! Abkehr ist fast immer der erste Impuls. So auch bei mir selbst, als mir Oliver vor ein paar Jahren bei unserer ersten Begegnung direkt von seinem Infarkt erzählte. Damals wollte ich keine Details hören. Seine Geschichte interessierte mich nicht. Wie dumm ich doch war! Heute weiß ich, dass seine berührende Erzählung ein großes Geschenk ist. Für mich und alle, die es annehmen möchten. 

Vom Klappentext

"Bis zu einer Viertelmillion Menschen erleiden jährlich in Deutschland einen Herzinfarkt.
 Etwa 30 Prozent der Betroffenen überleben dieses Ereignis nicht. Ich erlitt zwei Herzinfarkte." 
(Oliver Gaw)

Inhalt

Mit freundlicher Genehmigung von Adeo
Oliver Gaw 46 Jahre, Familienvater und Außendienstmitarbeiter im süddeutschen Raum. Er ist ein Typ wie jeder von uns, mit Schwächen und Sturheit ausgestattet, wie wir schon in den Einstiegskapiteln erfahren.
Sein Schicksalstag ist der 28. Juli, der Tag an dem sich alles umkehrt und der eine neue Zeitrechnung notwendig macht. Nach einem ganz normalen Arbeitstag macht sich Oliver wieder auf den Heimweg. Rauf auf die Autobahn 96 Richtung Lindau. Er telefoniert noch mit seiner Chefin, dann wird ihm plötzlich schlecht...

Chronologisch erzählt Oliver die Geschichte seines Herzinfarktes, seines Überlebenskampfes, seiner Zeit im Krankenhaus und vor allem über die Achterbahn der damit verbundenen Gefühle. 
Er verschweigt nichts, bewegend offen und ehrlich lässt er den Leser an seinen Erlebnissen und Gedanken teilhaben. Die dabei entstehende Nähe ist so berührend, dass sich Tränen beim Lesen nicht vermeiden lassen.

Trotzdem bleibt das Buch zu jeder Zeit positiv und motivierend. Olivers bayrische Art, sein Blick für Lustiges und Absurdes lenkt die Handlung immer wieder auf die hellen Seiten des Lebens und sorgt auch für heitere Momente. Olivers Beschreibungen der Reha-Erfahrungen geben wieder, wie der Todkranke schließlich in den Alltag zurückgefunden hat. Immer wieder profitiert der Leser von der Offenheit des Autors, dem es tatsächlich gelingt, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen...

...mehr kann ich leider nicht verraten...Nur soviel: Das Buch liest sich großartig! Weil man es gar nicht aus der Hand legen kann, hat man die 221 Seiten in kürzester Zeit durchgelesen.

Fazit

Das Buch ist packend wie ein Thriller und unterhaltsam wie ein Roman. Olivers Erzählung ist voller Witz und Anschaulichkeit, aber auch angefüllt mit tiefsinnigen Gedanken, die er dem Leser klar entfaltet und die absolut erhellend und motivierend sind. Weil er uns so offen und ehrlich in seine Gefühlswelt hineinblicken lässt, sind die erlebten Emotionen immer nachvollziehbar und man fiebert von Seite zu Seite, wie es nun weitergeht. Wie ein Phönix aus der Asche erfindet er sich neu und wird zu Oliver 2.0, der mich mit seiner lebensbejahenden Kraft einfach nur mitgerissen hat. Ich habe ein Lieblingskapitel und viele Lieblingsstellen in dem Buch und ich mag besonders, dass jedes Kapitel mit einer Weisheit, einem Spruch oder Zitat eingeleitet wird. Ich finde das in diesem Kontext sehr gelungen.
Oliver Gaw    (Foto: Kienle & Bühler)
Ich bin sicher, dass die Wiedergabe dieser Erlebnisse vor allem die Menschen bereichert, die mit vergleichbaren Erlebnissen zu kämpfen haben, aber auch die Angehörigen der Menschen, die mit einem Herzinfarkt oder einer Herzkrankheit umgehen müssen. Ich bin überzeugt, auch alle anderen Leser werden am Ende den Buchdeckel mit vollem Herzen zuklappen und sich durch den Anteil an diesen Erfahrungen beschenkt fühlen.

5 Sterne! Wenn es nicht aus dem echten Leben wäre, dann würde ich sagen "ganz großes Kino!".


Mein Nachwort

Als ich Oliver 2014 wieder sehr zufällig auf der Leipziger Buchmesse begegnete, war das irgendwie Schicksal.
Da stand ich etwas verdattert vor ihm und erklärte, dass der baumelnde Kassettenrecorder vor meinem Bauch in Wirklichkeit ein tragbarer Defibrillator ist, der mir im Notfall das Leben retten soll. Der Defi war ein wichtiger Schutz, denn im Herbst hatte auch ich ein unerwartetes und einschneidendes Herz-Erlebnis, das ich durch viele kleine Wunder unbeschadet überlebte.
Oliver sagte dazu: "Das wird dich nie wieder los lassen!" Ich habe sofort gefühlt, dass erecht hat. Das ich seine Geschichte dann in seinem Blog lesen konnte, hat mir in dieser Zeit sehr weitergeholfen. Ich war nicht mehr allein und konnte mich in vielen Teilen seiner Erlebnisse wiederentdecken. Die Menschen, die seinen Blog kommentierten, fühlten ähnlich wie ich und äußerten immer wieder den Wunsch Oliver sollte sein Schreibtalent nutzen und seine Geschichte in einem Buch veröffentlichen. Ich habe nichts dazu beigetragen, aber ich fühle mich wie eine wichtige Zeitzeugin und bin stolz auf Oliver und aufgeregt. Das er dieses Ziel verwirklicht hat ist einfach nur grandios und irgendwie auch gerecht.


Eure Caroline










Samstag, 12. März 2016

Wandern oder aufgeben? Der große Trip - Cheryl Strayed

Caroline Schultz

Sie ist kurz davor ihr Leben vollends wegzuwerfen. Mit nur 26 Jahren ist Cheryl am tiefsten Punkt ihres Daseins angekommen. Drogen, Affären und ihre gescheiterte Ehe sind die traurige Bilanz der letzten sechs Jahre. Ausgangspunkt aller Probleme ist der frühe und plötzliche Krebstod ihrer Mutter.

(c) Random House
Mit nur 20 Jahren ist sie ganz allein. Die Mutter gestorben, die Familie zerfallen und die junge Ehe gescheitert. Sie fühlt sich gefangen und das einzig Lebendige was in Cheryls Innerem noch keimt ist eine vage Idee, die ihr beim Anblick einer Reisebuch-Fotografie in den Sinn kam. Eine Wanderung durch Amerikas Wildnis. Eine Tour auf dem PCT - dem Pacific Crest Trail. Kann sie als alleinstehende Frau eine der härtesten Wildnis-Wanderrouten bestehen? Kann sie sich selbst etwas beweisen? Für Cheryl ist es der letzte Strohhalm und Hoffnungsschimmer, um eine Kehrtwende, weg von Drogen und Verfall hinzubekommen. Cheryl übernimmt Sonderschichten als Kellnerin und erarbeitet sich mühsam die notwendige Ausrüstung. Zum ersten Mal seit langer Zeit hat sie ein Ziel.

"..ein durchgehender Wildnispfad, der von der mexikanischen Grenze in Kalifornien bis kurz hinter die kanadische Grenze führte und auf den Kämmen von sieben Gebirgszügen verlief: Laguna, San Jacinto. San Bernadino, San Gabriel, Liebre, Techachapi, Sierra Nevada, Klamath und Cascades. Eine Strecke von rund 1600 Kilometern - Luftlinie. Aber der Pfad war mehr als doppelt so lang. Er durchquerte die drei Bundesstaaten Kalifornien, Oregon und Washington in voller Länge und passierte Nationalparks und ausgewiesene Wildnisareale, Stammesgebiete, staatliche und private Ländereien, Wüsten, Gebirge und Regenwälder, Flüsse und Highways."

Das Buch ist ein autobiografischer Roman, der auf den Tagebüchern der Autorin basiert. Die Geschichte ist abgesehen von einigen kleinen Änderungen weitestgehend wahrheitsgetreu aufgeschrieben und so passiert. Das ist schon eine Tatsache, die für sich alleine genommen, fasziniert und beeindruckt! Wie kann eine einfache Kellnerin ohne Team oder Partner in der absoluten Wildnis bestehen? Wie kann jemand ohne Wandererfahrung eine derartige Ochsentour bewältigen? Die Schwierigkeiten, die Cheryl auf dem PCT begegnen sind einfach ungeheuerlich und trotzdem gibt es immer nur eine Alternative, die heißt weiter gehen!

Auf dem PCT ist Cheryl fast immer auf sich allein gestellt. Egal ob sie einen Bären in der Nähe vermutet oder ob sie sich über vereiste Flächen kämpft und den Pfad verliert. Jeder Schritt kann Leben oder Tod bedeuten. Nur an den Poststationen auf dem PCT nimmt sie ihre Versorgungspakete entgegen und kann mit gleichgesinnten Wanderern wertvolle Erfahrungen austauschen und Freundschaften schließen.

Die Geschichte ist einzigartig und auf ebenso einzigartige Weise von der Autorin erzählt.
Ich hatte das Buch als Lektüre ausgewählt, als ich selber in den Familien-Wanderurlaub gestartet bin und konnte mich kaum davon losreißen. Ein dynamisches Buch sehr packend und unterhaltend geschrieben.
Ich lobe dieses Buch, weil es diese Lob ausdrücklich verdient hat. Eine mitreißende Erzählung einer klugen Frau, die nur am Ende ein ganz kleines bisschen kitschig wird.
Ein Buch das Euch sehr gerne weiterempfehle.


Viele Lesegrüsse Eure Caroline









Samstag, 26. Dezember 2015

Gehe hin und lies nicht unvorbereitet -
[Rezension] Gehe hin, stelle einen Wächter - Harper Lee


Caroline Schultz

Mitgerissen von der Wiederentdeckungs-Euphorie im Sommer, bekam ich Lust eine Rezension zu dem lange verschollenen Erstlingswerk "Gehe hin, stelle einen Wächter" (Go set a Watchman) von Harper Lee zu schreiben. Ich muss bekennen, dass ich bis dato ihr berühmtes Werk "Wer die Nachtigall stört" (To kill a mockingbird) vor allem aus dem Schwarzweißfilm-Klassiker von 1962 kenne und nur teilweise selber gelesen habe. 1)

55 Jahre nach Erscheinen des Pulitzer-Preis gekrönten Dramas, halte ich nun "Gehe hin, stelle einen Wächter" in den Händen und bin zunehmend skeptisch. Der Klappentext sagt kaum etwas aus und der Einband ist so matt und langweilig, wie das Papier auf dem er gedruckt wurde. Ich habe das seriös wirkende Werk dann unmittelbar durchgelesen, wobei ich beim Lesen häufig verstört den Kopf schüttelte.
Wochenlang habe ich gezögert und mich davor gedrückt, zu diesem Roman Stellung zu beziehen. Doch bevor das Jahr verstreicht, möchte ich das noch erledigt haben.

Zum Inhalt:
Die Hauptfigur Jean-Louise Finch kehrt als 26-Jährige aus New York für ein paar Wochen Urlaub in ihre Südstaaten-Heimat Maycomb, zu ihrer Familie zurück. Ihr Vater Atticus Finch, inzwischen über 70, ist ein gebrechlicher, aber immer noch angesehener Anwalt. Jean-Louise, besser bekannt als "Scout" aus dem Welterfolg "Wer die Nachtigall stört", ist sich selbst treu geblieben, trägt immer noch lieber Hosen als Röcke und streitet sich mit ihrer Tante um gesellschaftliche Konventionen.
In Rückblicken erzählt Harper Lee aus Scouts Kindheit und malt das Bild einer unschuldigen Jugend, die Jean-Louise alias Scout ungebändigt mit Bruder Jem und Freund Dillon durchleben durfte. Ihr Vater Atticus war zu jeder Zeit ein Idol und die schwarze Nanny Calpurnia ihr sicherer Hafen.
Im Roman schildert Harper Lee aber vor allem das Leben der erwachsenen Jean-Louise, ihre Heiratsüberlegungen bezüglich Jugendfreund Henry. Ihre Nanny Calpurnia ist inzwischen eine alte Frau und hat der Familie den Rücken gekehrt. Ein erstes Vorzeichen dafür, das sich der Wind und die Stimmung nicht zum Guten gedreht hat.
Ein Autounfall ereignet sich. Ein junger Schwarzer überfährt einen anderen weißen Mann.
Calpurnias Familie bittet Atticus Finch um seine Hilfe als Anwalt. Dieser übernimmt den Fall, jedoch nicht aus alter Verbundenheit mit Calpurnia, dessen Enkel den Unfall verursacht hat, sondern aus Sorge darüber, dass ein NAACP-Anwalt (National Association for the Advancement of Colored People) diesen Fall an sich reißen und politisieren würde. 
Jean-Louise missfällt die Haltung ihres Vaters. Der ganze Aufenthalt in ihrem Heimatort Maycomb scheint von Meinungsdifferenzen durchsetzt zu sein. Ihre Umgebung, z. B. der Gemischtwarenhändler wünscht sich, dass sie zu Hause bleibt und nicht wieder nach New York zurückkehrt. Doch Jean-Louise ist von diesem Schritt bei Weitem noch nicht überzeugt.

An einem schicksalhaften Sonntag entdeckt Jean-Louise eine, über alle Maßen rassistische Broschüre in den Unterlagen ihres Vaters. Der Inhalt brüskiert und irritiert Jean-Louise zutiefst. Sie macht sich auf den Weg zum Gerichtsgebäude, wo nach Aussage ihrer Tante eine Bürgerrechts-Versammlung, bei der ihr Vater Atticus Vorsitzender ist, abgehalten wird.
Auf dem Balkon des Gerichtssaals hört Jean-Louise den Vortrag eines Gastredners: Mit Abscheu und Ekel hört sie eine rassistische Hetzrede der schlimmsten Sorte. Dieser gewisse Mr. Grady sieht in einer strikten Rassentrennung das Hauptinteresse der Südstaaten. Er bezeichnet die Schwarzen als strohdumm und eine minderwertige Rasse voller filziger Krausköpfe. Dies zu sagen gestattet ihm die Versammlung, die aus Männern aller Art und Ansehen besteht. Aus Männern mit Gewicht und Ansehen wie Jean-Louise beobachtet, nur Ihr Onkel Jack, Dr. Finch fehlt offensichtlich als Einziger. Jean-Louise versteht die Welt nicht mehr und stellt ihre ganze Familie, allen voran Vater Atticus und Freund Henry in Frage.

"Sie hörte die Stimme ihres Vaters, eine leise Stimme aus der warmen behaglichen Vergangenheit: << Gentlemen, wenn es auf dieser Welt ein Motto gibt, dann sollte es meiner Meinung nach lauten: Gleiche Rechte für alle, Sonderrechte für niemanden.<< "

Den erlebten Schock kann Jean-Louise nur schwer verarbeiten. Sie schwankt zwischen Weglaufen und Auseinandersetzung. Ein Gespräch mit Ihrem Onkel hilft ihr dann wenigstens ein Stück weiter, um die Auseinandersetzung mit ihrem Vater zu suchen. Als Leserin sehe ich in Atticus eine Metapher für die Amerikanische Regierung, in ihrer Rolle als abwägender Entscheidungsträger und auf väterliche Weise verantwortlich. Jean-Louise hingegen vertritt den Teil des amerikanischen Volkes, der tolerant und aufgeklärt ist und verstanden hat, dass der Entwicklungsprozess zu mehr Gleichberechtigung für die Schwarzen unabwendbar, richtig und wichtig ist. Auf der einen Seite gesteht sie Atticus zu: 

"Ich habe noch nie erlebt, dass du Neger so überheblich und respektlos behandelst, wie die Hälfte der Weißen hier unten das tun, wenn sie nur mit Ihnen reden, wenn sie sie auffordern, etwas zu tun" 

dann wieder zieht sie Vergleiche zu totalitären Machthabern.
Im weiteren Verlauf behandelt das Buch die schmerzhafte Abnabelung einer Tochter von ihrem Vater. Am Ende steht die Erkenntnis, das Jean-Louise , "die Farbenblinde", zu eigenem Denken und eigenen Entscheidungen fähig sein muss, auch wenn diese sich nicht mit denen, des von ihr vergötterten Vaters vereinbaren lassen. 

Atticus: "Dir tut es vielleicht leid, aber ich bin stolz auf dich...ich habe jedenfalls gehofft, dass eine Tochter von mir zu dem stehen wird, was sie für richtig hält, dass sie allen voran mir die Stirn bieten wird."

Jean-Louise: "Es geht um Balance. Ich kann ihn nicht besiegen und ich kann mich nicht mit ihm verbünden --


Meinung

Gehe hin und lies nicht unvorbereitet. Das ist mein erster und wichtigster Gedanke zu diesem Buch.

Der Roman, der zeitlich vor "Wer die Nachtigall stört" verfasst wurde, inhaltlich aber daran anknüpft, ist wie eine Zeitkapsel aus der Mitte der 1950er Jahre. Die Zielgruppe, an die sich das Buch ursprünglich richtet, ist eine Leserschaft, die Ort und Zeit aus dem Rückenmark kennt und nicht erst im Hinterkopf nach historischen Ereignissen oder dem Gesellschaftsbild dieser Epoche kramen muss. Harper Lee schrieb unter der Voraussetzung, dass Regeln und Leben im Alabama dieser Zeit bekannt waren. Dieser Umstand macht das Werk sehr authentisch, aber für Menschen mit einem sehr grob gerasterten amerikanischen Geschichtswissen - wie mich - zu einer Herausforderung. 

Scouts Bruder Jem ist tot, sodass er im Roman keine Rolle mehr spielt, auch Ihr Freund Dillon wird nur in Rückblicken erwähnt. Dies ist vermutlich ein Kunstgriff der Autorin, damit
Jean-Louise unangetastet den Mittelpunkt der Geschichte bildet. Welche Intention der Roman eigentlich verfolgt und in welche Richtung die Handlung läuft, bleibt lange Zeit beim Lesen sehr undeutlich. In vielen Einzelszenen werden die Haltung und die Persönlichkeiten der übrigen Figuren: Tante Alexandra, Freund Henry Clinton, Onkel Jack (Dr. Finch) vorgestellt und vertraut gemacht. Ein bisschen Erläuterung findet es dann doch noch, das konservative Leben im Süden, mit Kirchenbesuch, Kleiderordnung und gesellschaftlicher Verpflichtung - Tante Alexandra organisiert für Jean-Louise ein Damenkränzchen, bei dem die Ladys sehr dezent auch über Politik diskutieren, immer im jeweiligen Einvernehmen mit der Meinung ihrer nicht anwesenden Ehemänner versteht sich.
Doch diese Einzelszenen reihen sich ohne ersichtlichen roten Faden aneinander und machen den Roman umständlich.
Trotz allem Kopfschütteln meinerseits hat dieses Buch eine tiefe metaphorische Kraft, die damals und heute an die amerikanischen Bürger appelliert keine vorgefertigten Meinungen zu übernehmen, sondern das unerschütterlich richtige Wertebewusstsein, dass wir alle in uns haben, zu Wort kommen zu lassen und im Sinne einer toleranten und friedlichen Gesellschaft, die Konflikte und Ungerechtigkeiten zwischen Schwarz und Weiß ein für alle Mal aus dem Weg zu räumen. 
Wenn wir nun aus dem Jahr 1955 einen Schwenk in die Gegenwart machen, müssen wir leider erkennen, dass Amerika zwar einen schwarzen Präsidenten hat, aber auch ein Riesenproblem mit immer wiederkehrenden Rassenunruhen in Ferguson und Baltimore, zurückzuführen auf unrechtmäßige und unverhältnismäßige Polizeigewalt gegenüber Schwarzen.
Die politische Thematik der Rassenkonflikte ist bedauerlicherweise auch im Jahr 2015 noch von erschreckender Relevanz. Das jüngste Ereignis liegt grade mal  vier Tage zurück.

Exkurs: Negative Ereignisse in der Amerikanischen Geschichte:

27.12.2015: Quintonio LeGrier und Bettie Jones. Der Tod zwei schwarzer Menschen in Chicago, ein 19-jähriger und eine 55-jährige Frau (5-fache Mutter) - Sieben Kugeln zuviel!

Am 09.08.2015 starb in Arlington, Dallas der 19-jährige Christian Taylor. Die Polizei schoß auf den unbewaffneten Jungen, der mit seinem Wagen in die Schaufensterscheibe eines Autohauses gefahren war. Christian Taylor

Am 09.08.2014 (genau ein Jahr davor) wurde der Schüler Michael Brown von dem Polizist Darren Wilson erschossen. Die Folge waren die gewaltigsten Unruhen seit 1992.
Hintergrundinfos Historie der Afroamerikaner USA


Am 12.04.2014 Tödliche Polizeigewalt gegen den 25-jährigen Afroamerikaner Freddie Gray.
Ein Bericht des US Jusitzminesteriums belegt, dass die Polizei von Ferguson "routinemäßig"die Rechte der schwarzen Bürger zu mißachtet.
Pulverfass mit kurzer Lunte


Fazit zum Buch:

Ich möchte diesen Roman in kein Sterne-Korsett pressen, das finde ich in diesem Falle besonders schwierig. Die Geschichte hat dem Leser auf jeden Fall etwas zu geben und verfolgt auch eine politisch wichtige Intention. Die Handlung bedingt allerdings eine gewisse Sorgfalt beim Lesen und etwas epochales Hintergrundverständnis ist auf jeden Fall hilfreich. Abgesehen von allen Zugeständnissen, fehlte mir der rote Faden und der Plot schwenkte unvorhersehbar mal hierhin und mal dorthin. Schriftstellerisch war das Erstlingswerk zu spüren und als Unterhaltungsbuch möchte ich es auf keinen Fall empfehlen. In vielen Rezensionen habe ich im Nachhinein gelesen, dass es besser gewesen wäre, man hätte "Wer die Nachtigall stört" (ein Klassiker in allen englischen Klassenzimmern) als Einzelwerk stehen lassen und auf "Gehe hin, stelle einen Wächter" verzichtet.

Ich möchte Euch zwei wunderbare Alternativen zu diesem Roman empfehlen. Zwei Bücher, die sehr viel aussenden und dabei auch noch grandios spannend und unterhaltsam sind. 

Die Farbe von Wasser - James Mc Bride (Berliner Taschenbuch)

10,99 €









Gute Geister - Kathryn Stockett (btb Taschenbuch)
9,99 €











Liebe Grüße und viel Spass beim Lesen 

Eure Caroline Schultz







1) Für die Einordnung ist es wichtig zu wissen, dass "Gehe hin, stelle einen Wächter" inhaltlich in einem zeitlichen Kontext nach "Wer die Nachtigall stört" angesiedelt ist. In der Tat wurde das Buch aber einige Zeit vor "Wer die Nachtigall stört" geschieben.

Montag, 9. November 2015

[Rezension] Der Radieschen-Mörder
Ein perfider Gartenkrimi von Bernd Flessner

"Erheben Sie das Glas auf den Obst- und Gartenbauverein Biberbach. Und natürlich auf Karin & Walter Dollinger! Zum Wohl!"


Wie gerät eine Leiche in ein Maischefass? Und dazu noch mit einem Radieschen im Mund? Ein Unfall ist da ausgeschlossen und so gerät das schöne Dorf Biberbach in Aufruhr als ihr Mitbürger Johann Kunrath in dieser ungesunden Lage aufgefunden wird.

Mit freundlicher Genehmigung von blv
Der Tote war ein Einzelgänger und Sonderling, hatte kaum Freunde, doch er lebte für seinen Garten und gehörte als aktives Mitglied dem örtlichen Obst- und Gartenbauverein Biberbach an.
Eine Vollversammlung zu Ehren des grausam getöteten Mitglieds wird eiligst einberufen. Alle Hobbygärtner, Saftliebhaber und Kleinbrenner folgen zahlreich dem Aufruf des Vereinsvorsitzenden Axel Baumeister. Im Vereinsvorstand ist auch Walter Dollinger, der mit 58 Jahren auf Grund einer tückischen Allergie bereits im Ruhestand ist. 
Die Satzung des Gartenbauvereins fordert, dass einige Mitglieder den Garten des Verstorbenen weiterpflegen, bis seine Erben eintreffen. Ein folgenreicher Beschluss wird gefasst, der Walter Dollinger in die Schusslinie der polizeilichen Ermittlungen katapultiert. Bei der Gartenpflege für den getöteten Vereinskollegen macht er zufällig Entdeckungen, die die bisherigen Erkenntnisse der Polizei auf den Kopf stellen. Doch der Chef-Ermittler Schwerdtfeger ist ein grober und selbstgefälliger Klotz, der von Dollingers Vermutungen nichts wissen will.
Statt dessen stellt er Dollinger und den ganzen Gartenbauverein unter Generalverdacht. Aus Empörung ernennen die Biberbacher Vereinsmitglieder Walter Dollinger zum Amateurdetektiv mit der Lizenz zum Mord aufklären. Gemeinsam mit seiner Frau Karin stürzt Dollinger sich in die Ermittlungen und gerät dabei selbst in Lebensgefahr.

Der Krimi ist in einer sommerlichen Welt voller Gartenfreude angesiedelt. Neben der spannenden Story sind auch immer wieder Erdbeeren, Tomaten, rote Beeten, Wachs- und Stangenbohnen Nebendarsteller und Metaphern in der Handlung. Es gibt akribische Hardliner unter den Gärtnern und diejenigen, die auch ein Herz für Raupen und Wildwuchs in Ihrem Garten haben. Zu Letzteren gehört auch Hobby Detektiv Walter Dollinger. Seine Allergie hat ihn viel zu früh berufsunfähig gemacht, doch das er immer noch Biss und Mut hat beweist er nicht zu knapp bei den aufreibenden Mordermittlungen. Unterstützt wird er dabei von seiner Ehefrau Karin, die trotz Lebensgefahr tapfer zu ihm hält. Auch die Dorf-Klatsch-Tante Monika Dietlein versorgt ihn gefragt und ungefragt mit jeder Menge Details zum Ermordeten und dem engeren Personenkreis.

Dieses Buch ist in jeder Hinsicht eine positive Überraschung. Bei einem Verlag, der primär Ratgeber- und Sachbücher zu Themen aus Natur- und Freizeit herausgibt, hatte ich keine Prosa erwartet. Und doch glich der Messestand des blv Verlages schon selbst einem Radieschen Beet, übersät mit Exemplaren des Radieschen-Mörders. Ein ungewöhnlicher Umstand, der mich Neugierig machte.

Lesen durfte ich dann, eine überaus frische Geschichte mit einem unverbrauchten und sympatischen Ermittler. Voller spannender Momente zum Luft anhalten und mitzittern. Der Leser wird verschont von unnötigen Längen und Zeit dehnenden Beschreibungen. Das bayrische, dörfliche Umfeld ist ein idyllischer Kontrast zur Härte des Verbrechens aber ohne den üblichen Bayern Klamauk. Liebevoll flicht der Autor eine gute Dosis Garten- und Dorf-Romantik mit in die Kriminalstory, so dass dieses Buch eine Extra-Empfehlung für alle Gartenfreunde verdient. Aber auch Menschen ohne grünen Daumen können sich von der gewitzten Geschichte mitreißen lassen. Bernd Flessner erzählt schnell und schnörkellos mit einer wohl dosierten Prise Humor und Selbstironie. Flessner lässt als Autor einen guten Beobachter und Menschenkenner durchblicken, der in die dörfliche Gemeinschaft und das Vereinsleben alle gängigen Typen der neuzeitlichen Latte-Macchiato-Gesellschaft eingebaut hat.

Der Radieschen-Mörder hat mich wunderbar unterhalten und mir viel Spaß gemacht. Ich habe den Krimi wirklich zügig durchgelesen und bestens dabei entspannt. Ein tolles leichtes Unterhaltungsbuch, dass ich Euch weiterempfehlen möchte, von einem Autor mit Background wie bei blv nachzulesen ist.

Eure Caroline Schultz

Der blv Verlag über den Autor:
Dr. Bernd Flessner studierte Germanistik, Theater- und Medienwissenschaft sowie Geschichte in Erlangen und promovierte 1991. Er arbeitet als Zukunftsforscher am Zentralinstitut für Angewandte Ethik und Wissenschaftskommunikation der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg sowie als freier Autor. Er schreibt u. a. für die Neue Zürcher Zeitung, die Nürnberger Nachrichten, die Zeitschriften mare und Kultur & Technik sowie für Fernsehsender wie den Bayerischen Rundfunk. Als Autor wurde er 2007 mit dem Utopia-Preis (Aktion Mensch) und 2011 mit dem International Corporate Media Award ausgezeichnet. Von ihm erschienen zahlreiche Kriminalerzählungen in verschiedenen Verlagen und fünf Romane mit dem Hauptkommissar Gerd Greven (Leda-Verlag). Dr. Bernd Flessner ist außerdem Mitglied im »Syndikat«, einer Autorengruppe für deutschsprachige Kriminalliteratur.
Mehr Infos unter www.bernd-flessner.de.





Donnerstag, 15. Oktober 2015

Frankfurter Buchmesse 2015 - Caro's Messenotizen - Messenotes


"Verweile doch Du bist so schön"
Momente von denen ich mich noch nicht trennen will.
Willkommen bei meinen Messenotizen.


Kein Buch ohne Deckel


Wohin geht so ein Buchcover eigentlich, wenn es sich mal nicht richtig wohl fühlt? Wenn es fiebert oder Gelbstich bekommt? Oder es das Gefühl hat, es muss ein neues Outfit her, um mit all den anderen Buch-Fashionistas mithalten zu können? Die Antwort auf diese Frage fand ich in Halle 4.1 der Frankfurter Buchmesse. In der Book-Cover-Clinic beraten innovative holländische Grafik-Designer die Buchvorderseiten medizinisch kompetent und setzen die notwendigen Eingriffe um. Wurde bei der Erstausgabe noch nicht das Ideal getroffen? Oder ist aus Marketingsicht eine neue optische Einordnung notwendig? Trägt ein Makeover zur Wertschöpfung bei?  Dann sind die Graphic Design Doctors der Book-Cover-Clinic zur Stelle.


An zahlreichen Buchtiteln zeigen die Holländer mustergültig wie ein alternativ gestaltetes Cover aussehen kann. Mehr Info hier..








Zu Tränen gerührt ....

hat die Gegenwartsautorin Jojo Moyes ein Millionenpublikum mit Ihrem Buch "Ein ganzes halbes Jahr". Jetzt erfreute die Britin Ihre Fans hellauf, als sie auf dem blauen Sofa Platz nahm, um den ersehnten Fortsetzungsroman "Ein ganz neues Leben" (Wunderlich) vorzustellen. Sehr sympathisch und charismatisch sprach Sie mit Michael Jahr über die Figuren in Ihrem neuen Buch, das schon jetzt ein Bestseller ist. Auch aktuelle Fragen der Flüchtlingspolitik und die Vorbildfunktion Deutschlands wurden thematisch gestreift.
Hier geht es zum Video in der ZDF Mediathek

Abenteuer Safari

Das anhaltende Regenwetter machte den Messestand des Kein & Aber Verlages in den ersten Messetagen zu einem Geheimtipp. Nur wagemutige Besucher bewegten sich außerhalb der geschützten Messehallen. Auf der Agora neben dem Lesezelt, hatten die Aussteller ein grünes Zelt im Stil einer Safari-Lodge bezogen und gaben sich kontrastreich verglichen mit dem Mainstream.


Die exotische und atmosphärische Stimmung machte Lust auf gemütliches einkuscheln und Bücher
lesen. Das Verlagsprogramm des innovativen Schweizer Verlagshauses findet ihr hier.



Halle drei - "Wo das coole Zeugs ist"



Dies ist eine Collage der Bücher, die ich mir ganz persönlich merken wollte...


(..und noch viele andere)







Der Ehrengast

Das Gastland Indonesien bereicherte die Frankfurter Buchmesse mit Klängen, Tänzen, Kochkunst und Gewürzen. Mit ganzheitlichen Sinneswahrnehmungen, Einblicke in Kultur, Schriften und Buchwelten erzeugte Indonesien auf diese Weise ein wahrhaftiges Expo-Feeling.



Oben: Die Plakatkunst Indonesiens im Video



Das neue Element im Literaturbetrieb


Vor einigen Jahren waren Sie noch exotische Einzelwesen, jetzt schreiben und posten Sie scharenweise über Ihre Lieblingsbücher und Leseerfahrungen. Buchblogger sind im Jahr 2015 zu einem festen Bestandteil des Buchmarketing geworden. Circa 1300 Blogger waren auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse akkreditiert. So ist es nachvollziehbar, dass ein Bloggertreffen das Nächste jagte.
Papiergflüster organisierte ein freies Bloggertreffen, das von Buchhandel.de, Heyne Verlag, Klett-Cotta Verlag und dem Atlantik Verlag unterstützt wurde.
Die Verlage Hanser, Suhrkamp und S. Fischer veranstalteten dieses Jahr ein Treffen im neu geschaffenen Orbanismspace. Leander Wattig moderierte aus diesem Anlass ein Podiumsgepräch mit den Verlagsvertretern und ging dabei der Frage nach, wie in Zukunft verlagsseitig mit Blogs und Tools umgegangen werden soll? Ich genoss bei diesen Treffen vor allem das wunderbare Wiedersehen mit lieben Herzmenschen, wie Karin von Buchgefieder und Podcasterin Alexandra von Satzsitz und viele andere schöne Gespräche.


Hier ein paar Spaß- und Lieblingsbilder:
(von oben: Div Verlagsköpfe, Leander Wattig, uvm., In rosa: Christiane Frohmann, Karin & Mandy 



Blog 'n Talk auf dem Random House Stand


Autoren hats ja viele auf derer Messe, so kams das ich bei den Münchnern am Random House Stand mit einigen Schriftstellerinnen und Schriftstellern ins Plaudern kam. Besonders erfreut hat mich das Zusammentreffen mit Lilli Beck. Ich muss zugeben, dass ich bisher noch keine regelmäßige Leserin ihrer Bücher bin, aber ihr frisches funkelndes Wesen und Ihre sympathische Art haben mich neugierig gemacht. Auf dem Heimweg verschlang ich quasi die Leseprobe für Ihr aktuelles Werk "Glück und Glas" und bin schon ganz gespannt wie es weitergeht.

Die Frankfurter Buchmesse ist stets ein passender Ort, um mich auf Autoren und Bücher zu stoßen, an denen ich bisher einfach blind vorbei gelaufen bin. Völlig unterschätzt habe ich z.B. die Schaffenskraft des freundlichen Autoren Titus Müller, mit dem ich mich gleichermaßen auf dem Bloggertreffen bei Random House austauschen konnte. Unter dem Banner des Blessing Verlages brachte der Historiker in diesem Frühling den beachtenswerten Berliner Geschichts-Roman "Feuerland" rund um die Märzunruhen 1848, heraus. Wir kennen Titus Müller aber auch durch gefeierte Werke wie "Nachtauge" oder als Co
-Autor des querschnittsgelähmten Samuel Koch beim Adeo Verlag.

Themenvorschau

In jeder guten Illustrierten gibt es eine Vorschau auf das nächste Heft. Aus diesem Grund soll auch hier ein Ausblick nicht fehlen, denn mit meinen Messenotizen ist an dieser Stelle Schluss für heute.
In Kürze gibt eine Zusammenfassung über den EUPL -  den Europäischen Literaturpreis - den ich erstmals in diesem Buchmessejahr kennen lernen durfte. Viel Interessantes zur weltberühmten Astrid Lindgren und freuen dürft ihr Euch auch auf eine Video Zusammenfassung des Messe Talks: Zwischen Feuilleton und Haul. Literaturkritik 2015, sowie Rezensionen und Buchvorstellungen.

Wir lesen uns...Bis dahin herzliche Grüße

Caroline Schultz